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Hilflos vor der Gewalt?

Tagungsbericht: "Hilflos vor der Gewalt?!" | 29. April 2015

Am 29. April fand im Rudolf-Chaudoire-Pavillon das Fakultäts-Symposion „Hilflos vor der Gewalt?! Strategien moderner Gesellschaften im Umgang mitder Gewalt aus politikwissenschaftlicher, philosophischer undtheologischer Perspektive“ statt. Sowohl in den drei Vorträgen als auch imgemeinsamen Gespräch fanden unterschiedliche Diskussionsbeiträge zusammen,die mit je eigenen Schwerpunkten Diagnosen, Erklärungen und Antworten zumPhänomen „Gewalt“ boten.

So berichtete Prof. Dr. Christoph Schuck (Politikwissenschaften, LSInternationale Beziehungen und politische Theorie) aus seinen Forschungenzu den äußeren Bedingungen und internen Legitimationsstrategien desfreiwilligen Gewaltverzichts religiös-politischer Gruppierungen, nichtohne dabei die normative Frage nach dem strategisch-instrumentellen Gehaltjener Verzichtserklärungen aufzuwerfen. Aus Sicht der Philosophie kamProf. em. Dr. Werner Post auf einen abstrakten Begriff der Gewalt zusprechen, den er in Anlehnung an die Kritische Theorie Horkheimers undAdornos entwickelte. Der Kapitalismus, so sein Plädoyer, könne mit gutenGründen als Form struktureller Gewalt begriffen werden, die ihrespezifische Gefahr insbesondere aus ihrer strukturellen Unsichtbarkeitgegenüber vordergründigeren, konkreteren Formen der Gewalt generiere. Einetheologische Sicht auf das Phänomen der Gewalt wurde von Prof. Dr. ThomasRuster (Kath. Theologie, LS Systematische Theologie) eröffnet, dessenVortrag das Phänomen der Gewalt aus der Unterscheidung von Exklusions-bzw. Transformationslogiken heraus beleuchtete: Ein spezifischchristlicher Beitrag zum Umgang mit Gewalt könne sich nicht mit derFortführung selbst wiederum gewalthaltiger Exklusionsmechanismen begnügen,sondern müsse dem (in theologischen Konzepten wie der Eucharistievorgebildeten) Gedanken einer Transformation von Gewalt gerecht werden,die in kritische Distanz zu jeder gewalthaltigenGewaltbekämpfungsstrategie gehen müsse.

Mehr als 80 Personen nahmen an dem Symposium teil und bezeugten damit auchdas öffentliche Interesse an einem human-/geisteswissenschaftlichenDiskursbeitrag zu einem so aktuellen Themengebiet wie dem der Gewalt. Mitdem Symposion im April ist ein Grundstein für ein mögliches und weiteresfakultätsübergreifendes Gesprächsforum zu aktuellen Debatten gelegt.

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